// NLA: Interview mit Corinne Buri und Ramona Zimmermann

Die beiden langjährigen Skorps-Spielerinnen Corinne Buri und Ramona Zimmermann müssen leider seit längerer Zeit die Spiele von der Tribüne aus verfolgen. Wir haben uns mit Corinne und Rämi unterhalten und haben spannende Einblicke in das Sportlerinnen-Leben von den verletzten Spielerinnen erhalten.


Skorps: Ramona Zimmermann, du hast dich in der Vorbereitung zur abgelaufenen Saison schwer verletzt. Wir sehen dich bereits wieder auf dem Feld. Was ist passiert und wie geht es dir jetzt?
Rämi: Im August 2016 nahmen wir am BEO-Cup in Seftigen teil, wo wir mehrere Spiele hatten. In der letzten Partie am Sonntagabend wollte ich noch in einen Zweikampf gehen, habe eine dumme Bewegung gemacht und mir das Knie verdreht. Es hat «extrem klepft» und sofort wusste ich, dass es nicht gut ist. Das MRI hat ergeben, dass ich das Kreuzband gerissen und den Meniskus beschädigt habe.
Im Heilungsverlauf gab es Hochs und Tiefs. Es ist normal, dass es zwei Schritte vorwärtsgeht und dann wieder einen zurück. Im Grossen und Ganzen bin ich zufrieden. Ich bin auf einem guten Weg und will die neue Saison wieder in Angriff nehmen.


Skorps: Corinne Buri, bei dir liegt die Verletzung schon länger zurück. Erzähl uns doch bitte deine Situation.
Corinne: Ich habe im 1. Meisterschaftsspiel der Saison 15/16 das Kreuzband gerissen und den Meniskus stark beschädigt. Nach der Operation habe ich langsam Fortschritte gemacht, gleichzeitig bekam ich jedoch Probleme mit der Quadrizepssehne. Die intensive Physiobehandlung brachte leider nicht die gewünschte Besserung mit sich. Dies hat sich dann durch den ganzen Sommer hingezogen und es stellt sich heraus, dass die Sehne chronisch entzündet ist. Ich war bei mehreren Spezialisten und habe unter anderem eine Eigenbluttherapie gemacht. Mittlerweile mache ich kleine Fortschritte und kann seit einigen Wochen wieder joggen.


Skorps: Wie sieht eure Planung für die kommenden Monate aus?
Rämi: Direkt nach der Verletzung war sofort mein Ziel, das nächste Sommertraining wieder zu 100% absolvieren zu können. Nun gibt es doch leichte Verzögerungen. Meine Patellasehne bereitete mir noch einige Schwierigkeiten. Nun sieht es danach aus, dass ich ins Sommertraining starten kann, jedoch noch nicht alle Einheiten mit dem Team werde absolvieren können.
Corinne: Ich erstelle keine Zeitpläne mehr. Bisher konnte ich diese Pläne nicht einhalten. Mein Ziel ist, dass ich beim Saisonstart wieder parat bin. Ich will mich terminlich nicht unter Druck setzen. Ich plane einen Teil des Sommertrainings mit dem Team zu absolvieren und nehme es Schritt für Schritt.


Skorps: Würdet ihr im Nachhinein etwas anders machen während der ganzen Verletzungsphase?
Corinne: Vielleicht hätte ich mir zu Beginn etwas mehr Zeit geben sollen. Zwar ist unklar, wieso die Quadrizepssehne Probleme machte, jedoch waren die vielen Krafteinheiten im Fitness wohl nicht besonders fördernd. Etwas mehr Geduld zu Beginn der Reha und noch besser auf den Körper zu hören, wäre wohl sinnvoll gewesen.
Rämi: Eine schwierige Frage. Ich würde wohl nichts ändern. Es braucht einfach viel Zeit und Geduld.


Skorps: Aufgrund dieser Verletzungen musstet ihr die Spiele von der Tribüne aus verfolgen. Was war das für ein Gefühl?
Rämi: Anfangs Saison war es komisch plötzlich alles auf der Tribüne mitzuverfolgen. Danach habe ich mich aber schnell daran gewöhnt, was ich nun für einen Part im Team übernommen habe. Ich musste dies akzeptieren, es geht trotzdem vorwärts. Aber in den Playoffs war es sehr schwierig. Die ganzen Emotionen, Zuschauer, die coolen Spiele… das war einfach völlig etwas Anderes. Und da fiel es mir schon sehr schwer. Während der ganzen Saison war es mir aber immer sehr wichtig, die Mannschaft von aussen zu unterstützen und für das Team da zu sein.
Corinne: Für mich war die zweite Saison viel schwieriger zum Zuschauen als noch die Saison davor. In der Saison 2015/16 lief es sportlich gut und so konnte ich denken, dass es ja auch ohne mich gut geht und das Team die Spiele gewinnt. In der aktuellen Saison wollte ich dem Team helfen, als es nicht so gut lief. Dass ich sportlich nichts oder nicht viel dazu beitragen konnte, war sehr hart für mich. Hinzu kam, dass ich ab und zu den Gedanken hatte, dass ich hier jetzt auch spielen könnte, wenn im Heilungsverlauf alles normal verlaufen wäre. In der ersten Saison konnte ich mich motivieren mit dem Gedanken, dass dies meine erste grosse Verletzung ist und ich nach 9 Monaten wieder zurück bin. Das war ein grosser Unterschied.


Skorps: Was gibst du einer anderen Spielerin, die in einer ähnlichen Situation ist, mit auf den Weg? Und gibt es auch positive Dinge, die du aus dieser negativen Zeit mitnehmen kannst?
Corinne: Ich würde einer Spielerin mitgeben, dass es viel Geduld braucht und sie Schritt für Schritt gehen soll.
Für mich persönlich nehme ich mit, dass ich Freude habe an kleinen Fortschritten und die Vorfreude auf die nächsten Spiele wird noch viel grösser sein als vor der Verletzung. Neben dem Sport geniesse ich seit der Verletzung "die kleinen Dinge" im Leben mehr als zuvor.
Rämi: Dranbleiben, kämpfen, positiv bleiben – auch wenn es Rückschläge gibt. Persönlich nehme ich mit, dass ich sowohl mental wie physisch stärker zurückkommen werde als ich es vor der Verletzung war.


Beide: Bei Physio Kipfer in Langnau sind wir beide in sehr guten Händen. Die Therapeuten waren immer für uns da und gaben uns wertvolle Tipps. Mit ihrer Unterstützung werden wir für die kommende Saison vorbereitet sein, was immer diese bringen mag. Für diese Unterstützung und Zusammenarbeit sind wir sehr dankbar.


Corinne und Rämi, ganz herzliche Dank, dass ihr euch diesen persönlichen Fragen gestellt habt. Wir wünschen euch eine rasche und starke Rückkehr auf das Spielfeld!